DELEGATION DER MÜTTER FÜR FRIEDEN: Abschluss-Statement

Die Delegation der Mütter für Frieden setzte sich aus Frauen aus Deutschland, Spanien, Frankreich und Italien zusammen. Wir besuchten Rojava/die Demokratische Föderation Nordsyrien mit dem Ziel, uns vor Ort über die Situation der Frauen Rojavas zu informieren, um die Realität der Frauen auch in unseren eigenen Ländern vermitteln zu können und Bündnisse der Solidarität und Zusammenarbeit aufzubauen.

Während unseres Aufenthaltes besuchten wir große Teile der Region und hörten representativen gesellschaftlichen Organisationen zu. Mit der Unterstützung von Jineoloji International und Kongra Star besuchten wir Frauenorganisationen, die uns einen Eindruck von dem tiefgreifenden Wandel vermitteln konnten, der in Hinblick auf Frauenbefreiung und Geschlechtergerechtigkeit in der Gesellschaft Nordsyriens im Gange ist.

Wir hatten Gelegenheit soziale Zentren kennen zu lernen, die die Wunden lindern, welche der Krieg in den Menschen verursacht hat: So etwa das Kommittee der Familien Gefallener in Kobane, ein Gemeinschaftshaus verwundeter Kämpferinnen und Kämpfer, das Waisenhaus “Alans Rainbow” und das Frauendorf “Jinwar”. Es ist bemerkenswert, welche Arbeit von einer ganzen Gesellschaft geleistet wird, die freiwillig diejenigen unterstützt, die es am meisten brauchen; trotz der durch das Embargo erzwungenen Knappheit – die Türkei hat ihre Grenzen geschlossen und die KRG erlaubt den Verkehr von Gütern nur Tröpfchenweise, genau wie das Regime al-Assads – und trotz Abwesenheit internationaler Kooperation.

Die Delegation der Mütter für Frieden hatte die Möglichkeit geflohene Frauen aus Afrin zu treffen, mit ihnen zu sprechen und von den Erfahrungen zu hören, die sie während der Besatzung und Flucht aus ihrer Heimat unter schwierigsten Bedingungen gemacht haben und gleichzeitig zu hören, mit welchen Schwierigkeiten sie im Moment konfrontiert sind, wenn es darum geht, für die Erfüllung der grundlegenden Bedürfnisse ihrer Familien zu sorgen. Wir waren berührt von der Stärke der Frauen allen Widrigkeiten zu trotzen, von der großen Solidarität und der Hoffnung, eines Tages in ihre Heimat zurückkehren zu können.

Unsere Delegation sieht sich dazu verpflichtet, die durch die Besatzung Afrins durch Türkei und jihadistische Verbündete hervorgerufene menschliche Tragödie zu verurteilen und über die kritische Situation zehntausender geflohener Menschen in den Camps von Shehba zu informieren. Von besonderer Dringlichkeit ist es, den Bedürfnissen der Kinder nach Gesundheitsversorgung, Nahrung und Bildung nachzukommen.

In Anbetracht der Lage hat die Delegation sich an der Kampagne Women rise up for Afrin beteiligt, die am 8ten März 2018, dem Internationalen Frauentag, ins Leben gerufen wurde. Sie verurteilt die Besatzung des Kantons Afrin, welche die Errungenschaften der Frauenbefreiung gefährdet.

Folglich:

– Wir verurteilen die Ignoranz Westlicher Regierungen und die rare Berichterstattung europäischer Medien in Anbetracht der Menschenrechtsverletzungen.

– Wir rufen die internationale Gemeinschaft der Frauen und Frauenorganisationen dazu auf, die Solidaritätskampagne zu unterstützen und sich dafür einzusetzen, dass geflohene Familien der Zugang zu angemessenen Lebensbedingungen gewährleistet wird.

– Wir wollen alle internationalen humanitären Organisationen dazu aufrufen, die Camps der geflohenen Menschen aus Afrin zu unterstützen.

– Wir rufen alle Frauenorganisationen dazu auf, die Eroberung und Besatzung Afrins vor den Parlamenten und internationalen Organisationen zu veruerteilen, so dass alle Geflohenen in ihre Heimat Afrin zurückkehren können.

Delegation der Mütter für Frieden

Oktober 2018